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Superpflanze aus Peru

 

Vor mehr als 2000 Jahren wurde die Maca-Wurzel entdeckt. Seitdem nutzen die Menschen sie vor allem, um Fruchtbarkeit und Libido zu stärken. Und bis heute wird die allen rauen Witterungsbedingungen der Anden trotzende Pflanze noch dafür verwendet.

Sie jedoch auf ihre fruchtbarkeits- und libidostärkende Wirkung zu reduzieren, wird ihr nicht gerecht. Die traditionelle Heilpflanze der südamerikanischen Ureinwohner enthält eine Vielzahl gesundheitsfördernder Inhaltsstoffe. Sie hat eine sehr breitgefächerte Wirkung und findet bei zahlreichen heilenden und gesundheitsfördernden Zwecken Einsatz.

In Pulver- oder Kapselform wird sie auch in Europa immer beliebter. Die vielen wertvollen Inhaltsstoffe und Einsatzmöglichkeiten machen sie zu einem echtes Superfood.

Nahrung und Nahrungsergänzungsmittel zugleich

 

In Peru wird die Pflanze seit rund 2000 Jahren angebaut. Die Einheimischen nutzen sie als Nahrungs- und Heilpflanze. Sie schätzen besonders den hohen Nährwert und die gesundheitsfördernden Eigenschaften und konsumieren die Wurzeln mehrmals täglich.

Es werden hauptsächlich die Knollen verwendet. Sie haben einen leicht süßlichen Geschmack und werden nach dem Trocknen langsam gegart. Mazamorra – ein süßer und sehr aromatischer Brei aus Maca – ist ein traditionelles Gerichten der Region. Getrocknete Maca-Wurzeln halten sich mehrere Jahre und auch die Inhaltsstoffe sind sehr stabil. Nur der Geschmack wird mit zunehmender Lagerung leicht moschusartig. Man kann sowohl die Knollen und die jungen Blätter der Pflanze verzehren. Diese können roh oder gedämpft gegessen werden und ihr leicht scharfer Geschmack erinnert ein wenig an Kresse.

In Europa erhält man die Maca-Wurzel nicht als Lebensmittel; hier ist sie eher als Nahrungsergänzungsmittel beliebt. Als Nahrungsergänzungsmittel wird die Wurzel getrocknet und zu Pulver gemahlen und dann in reiner Pulverform und als Kapsel oder Tablette vertrieben.

Die Botanik der Maca-Wurzel

 

Der wissenschaftliche Name für Maca ist Lepidium meyenii. Es wird aber auch Peruanischer Ginseng genannt. Maca gehört zur Gattung der Kressen (Lepidium) und zur Familie der Kreuzblütler. Daher ist es mit Brunnenkresse, Gartenkresse, Raps und Senf verwandt.

Streng genommen handelt es sich hierbei nicht um eine Wurzel. Auch wenn der Begriff Maca-Wurzel gebräuchlich ist, wird das sogenannte Hypokytol verwendet. Dieses befindet sich zwischen Wurzel- und Sprossachse und die eigentliche Wurzel beginnt erst am Hypokytol. In den Anden herrschen erschwerte Wachstumsbedingungen. Daher ist die Pflanze darauf angewiesen, genügend Nährstoffe in diesem Speicherorgan anzusammeln. Es ist diese Anhäufung von zahlreichen Nährstoffen, die Maca so außergewöhnlich macht.

Die krautige Pflanze ist ein- bis zweijährig und erreicht selten eine Höhe von mehr als 20 cm. Aus der Wurzel wachsen ca. 20 Blätter zu 20 cm langen rosettenförmigen Stielen heran. Die liegenden Blätter sind gefiedert und ähneln in ihrer Form einer Leier. Während der Blüte bilden sich mitten in der Rosette Rispenblütenstände, wobei ein Trieb bis zu 1000 cremeweiße Blüten hervorbringen kann.

Die birnenförmigen Knollen haben einen Durchmesser von 3 bis 5 cm und werden 2 bis 14 cm lang. Das Gewicht variiert ebenso und liegt im Durchschnitt zwischen 7 und 24 g. Die Wurzeln verfügen über einen großen Wasserspeicher. Je nach Sorte sind die Knollen weiß, gelb, lila, schwarz oder rot.

Wildpflanze und Kulturpflanze

 

Maca wächst wild nur in den Anden in 4000 bis 4500 m Höhe. Die Pflanze ist hier extremem Wetter mit heftigen Temperaturschwankungen und Winden ausgesetzt. Die UV-Strahlung ist in dieser Höhe ebenfalls extrem intensiv. Alles das hat Maca zu einer sehr robusten Pflanze gemacht. Laut den Ergebnissen der Yunnan Agriculture University in Kunming liegen die ideale Anbauhöhe zwischen 2800 und 3500 m und die bevorzugte Temperatur zwischen 5 und 10 °C. Noch heute wird Maca in den peruanischen Anden rund um den Junín-See angepflanzt; mittlerweile aber auch in der chinesischen Provinz Yunnan. Wenn in Europa Herbst ist, beginnen der peruanische Frühling und damit auch der Anbau. Geerntet wird im Juli und August. Die Pflanze zieht viele Nährstoffe aus dem Boden und kann daher nur zweimal hintereinander gesät werden. Danach muss ein Macafeld rund acht Jahre lang brach liegen.

Die verschiedenen Maca-Arten

 

Maca-Wurzeln unterscheiden sich in der Farbe ihrer Außenhaut. Die Unterschiede bei den Inhaltsstoffen sind nicht so groß, wohl aber die der Anwendung. Die genaue Zusammensetzung hängt sowohl vom Anbaugebiet wie auch von der Bodenzusammensetzung ab.

Neben cremefarbenen und weißen Knollen gibt es auch gelbe, violette, rötliche oder schwarze. Die Liste der Häufigkeit wird von den gelben Zwiebeln angeführt. Danach folgen die Farben Lila, Rot und Schwarz. Sogenannte Anthocyane sind für die unterschiedlichen Farben verantwortlich. Je mehr Phytonährstoff enthalten, desto dunkler die Knolle. Unterschiede gibt es insbesondere bei den Phytochemikalien Beta-Sitosterol und Campesterol. Abhängig von ihrer Farbe beeinflussen die Wurzeln verschiedene physikalische Funktionen.

 

Von allen Sorten hat schwarzer Maca zusammen mit rotem Maca die größte und bestdokumentierteste Auswirkung auf die Knochengesundheit. Er wirkt auch positiv auf die Spermienbildung.

Da er hauptsächlich bei Beschwerden der Wechseljahre angewendet wird, bezeichnet man den roten Maca als „Frauen-Maca“. Aber auch ein positiver Einfluss auf die Prostata konnte in Studien belegt werden. Wie der schwarze Maca, wirkt auch der rote Knochenschwund (Osteoporose) entgegen.

Gelber Maca hat einen angenehm süßen Geschmack. Etwa die Hälfte aller in Junín geernteten Wurzeln sind gelb. Sie sind bei der lokalen Bevölkerung wegen des Geschmacks besonders beliebt. Die gelbe Maca-Wurzel wird unter anderem bei Prostataproblemen verwendet. Für gewöhnlich bestehen gemischte Pulver mindestens zur Hälfte aus gelbem Maca. Bei Nahrungsergänzungsmitteln ohne genaue Angaben kann man davon ausgehen, dass hier gelber Maca verwendet wurde.

Am seltensten ist der lila Maca. Dieser und der rote Maca haben von allen Sorten den höchsten Kaliumgehalt. Daher wird ihm auch eine ausgleichende Wirkung auf den Hormonhaushalt zugesprochen. Diese lindert zum Beispiel auch die Auswirkungen der Wechseljahre.

Maca im Lauf der Geschichte

 

Entdeckung

In Höhlen am Junín-See lebten vor mehr als 10.000 Jahren bereits Menschen. In der Zeit von 1200 bis 100 v. Chr. ließen sich indigene Völker um den See nieder. Sie entdeckten die Pflanze vermutlich als Nahrung durch die Beobachtung von wilden Tieren wie den Lamas. Obwohl in der gesamten Andenregion bis nach Bolivien heimisch, wurde die Pflanze zuerst in der Gegend um den Junín-See angebaut. Maca war neben Kartoffeln und Bitterkartoffeln vermutlich eine der wenigen Pflanzen, die den rauen klimatischen Bedingungen dort standhalten konnte. Junín ist auch immer noch die global führende Wachstumsregion.

Maca fand schon vor Beginn der Ära Einsatz als Nahrungsmittel und wahrscheinlich auch als Heilpflanze. In dieser Gegend gefundene Keramikreste mit Spuren von Maca bezeugen das.

Bis heute wächst der wilde Vorgänger des heutigen Lepidium meyenii – der Maca shihua – in den Anden.

Zeit der Inkas

Von 1438 bis 1471 herrschte König Pachacútec über die Inkas. In dieser Zeit erweiterte er das Reich vom Titicacasee in den Zentralanden bis nach Junín. Er sorgte außerdem für eine effizientere Ackerbautechniken und eine verbesserte Infrastruktur. Die Landwirtschaft spezialisierte sich in den verschiedenen Regionen und Junín widmete sich seitdem ausschließlich dem Anbau von Maca.

Die Inka nutzten Maca in heiligen Ritualen, um die Fruchtbarkeit zu steigern. Die Wurzel fand auch Anwendung als Stärkungsmittel für Soldaten. Abgesehen davon war es ausschließlich den oberen Schichten vorbehalten.

Entdeckung durch die Spanier in der Kolonialzeit

Francisco Pizarro begann mit der Eroberung des Inkareichen im Jahr 1532. Der spanische Chronist Cieza de Leon erwähnte Maca in seinen Aufzeichnungen erstmals im Jahr 1553. Der Name und die fruchtbarkeitsfördernde Wirkung wurden etwa 100 Jahre später dokumentiert. Ihren botanischen Namen erhielt die Pflanze jedoch erst 1843. Die Spanier nahmen von den Ureinwohnern Maca anstelle von Gold als Tributzahlungen für ihre Kolonien entgegen und sollen auch mit Maca statt mit Gold bezahlt haben.

Nach dem Ende der spanischen Herrschaft gingen viele in die Städte. Andere suchten Arbeit in Minen in anderen Regionen. Der Anbau der Maca-Pflanze brach fast komplett zusammen.

Wiederentdeckung

In den 1960er Jahren erst rückte Maca wieder in das Interesse der Forscher. Der Export von Maca-Produkten stellt heute einen wichtigen Teil der peruanischen Wirtschaft dar.

Das (Fast)-Allheilmittel …

 

… gegen Müdigkeit und Antriebslosigkeit

Fehlt dem Körper Eisen, wird die Sauerstoffaufnahme beeinträchtigt. Dies führt sehr häufig zu Müdigkeit und lässt die Energie schwinden. Maca-Wurzeln versorgen den Körper mit verschiedenen essentiellen Mineralien und die Einnahme als Pulver oder Kapsel kann helfen, den Eisengehalt im Blut zu erhöhen. Die westliche Medizin bescheinigt Maca einen Beitrag zu mehr Energie und Vitalität und in der traditionellen chinesischen Medizin gilt sie als Energiepflanze.

… gegen Stress

Maca hat sich erfolgreich an die rauen Lebensbedingungen in den Anden angepasst. Sie kann auch uns helfen, die hohen Anforderungen des täglichen Lebens zu bewältigen. Möglich machen dies die Inhaltsstoffe mit ihrem ausgleichenden Effekt auf den Hormonhaushalt. So wird die Funktion von Organen wie Schilddrüse oder Nebenniere gestärkt und auch das Stresshormon Cortisol im Blut gesenkt. All dies bewirken die in der Maca-Pflanze enthaltenen sogenannten Adaptogene. Die alternative Medizin bezeichnet damit biologisch aktive Pflanzenstoffe, die helfen können, mit erhöhten körperlichen und seelischen Stresssituationen fertig zu werden.

 

… und was es sonst noch kann

Wie bereits erwähnt, kann man Maca nehmen, um die Libido zu steigern. Außerdem ist es der Knochengesundheit zuträglich. Aber auch Wechseljahresbeschwerden lassen sich damit lindern. Bei Angstzuständen ist es ebenfalls eine wertvolle Hilfe und kann auch gegen Depressionen helfen. Abgesehen davon steigert die Pflanze natürlich auch einfach nur das allgemeine Wohlbefinden.